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Mittwochabend, kurz nach 19:30 Uhr – Sirenenalarm in Großkrotzenburg. Auf dem Parkplatz am Großkrotzenburger See wurde durch die Leitstelle Main-Kinzig ein Verkehrsunfall mit einer eingeklemmten Person gemeldet – Menschenleben in Gefahr. Ein vorausfahrender Rettungswagen bestätigte nach kurzer Zeit das Meldebild: Verkehrsunfall mit drei Fahrzeugen, ein PKW im Vollbrand, zwei weitere PKW mit eingeschlossenen Personen, mehrere verletzte Personen an der Unfallstelle.

Die Einsatzkräfte der Feuerwehr Großkrotzenburg bereiteten sich während der Anfahrt auf den Einsatz vor: Ein Trupp rüstete sich mit schwerem Atemschutz aus, weitere Trupps bereiteten sich auf die technische Rettung der sich im Fahrzeug befindlichen Personen vor. 

 

Nachdem der Gruppenführer des ersteintreffenden Löschfahrzeuges die Lage erkundet hatte, wurden auf dem schnellsten Weg Maßnahmen zur Befreiung der eingeklemmten Personen und zur Sicherstellung des Brandschutzes vorbereitet. Nach und nach erreichten weitere Einsatzkräfte der Großkrotzenburger Feuerwehr und des Rettungsdienstes die Einsatzstelle.

Das Feuer konnte schnell unter Kontrolle gebracht werden. In enger Zusammenarbeit mit dem Rettungsdienst wurde eine patientenorientierte Rettung mittels großer Seitenöffnung durchgeführt. Schon nach kurzer Zeit konnten die Personen aus ihren Fahrzeugen befreit werden. Weitere Unfallbeteiligte und Augenzeugen wurden derweil durch medizinisch ausgebildete Einsatzkräfte der Feuerwehr und durch den Rettungsdienst versorgt. Mit Verletzungen an der Wirbelsäule und am Schädelknochen wurden zwei gesundheitlich kritische Patienten für den Transport ins Krankenhaus vorbereitet. 

 

Zum Glück handelte es sich hierbei nicht um einen realen Einsatz, sondern eine groß angelegte Alarmübung der Feuerwehr. 

 

,,Realistische Übungen sind wichtig, damit wir als Feuerwehr auch in größeren Einsatzszenarien effektiv Hilfe leisten können.“, sagte Patrick Looß, der maßgeblich an der Planung und Durchführung der Übung beteiligt war. ,,Im Ernstfall muss jeder Handgriff sitzen, deshalb muss die Feuerwehr auch für Extremsituationen üben. Wichtig hierbei ist, dass die Übungen so realistisch wie möglich gestaltet sind.“ 

Nach Ende der Übung erfolgte eine ausgiebige Nachbesprechung im Feuerwehrhaus. Im Anschluss wurde mit gutem Essen und Getränken in den ,,gemütlichen Teil“ des Abends übergegangen. Wir bedanken uns bei den Einsatzkräften des DRK KV Gelnhausen-Schlüchtern e.V. und des ASB Rettungswache Großkrotzenburgs für die gute Zusammenarbeit. Wir freuen uns auf weitere gemeinsame Übungen mit euch. Ebenfalls möchten wir uns bei der Firma Noe Stang für die Übungsfahrzeuge bedanken.

 

“Muss die Feuerwehr jetzt noch üben?” “Was soll das denn?” Solche Sätze bekommen die Feuerwehrleute immer wieder zu hören.

Die Antwort ist ganz einfach: Ja die Feuerwehr muss weiterhin üben. “Jeder Bürger unserer Gemeinde hat grundsätzlich Anspruch darauf, professionelle Hilfe zu erhalten”, sagt Gemeindebrandinspektor Oliver Groß. Das könne nur durch regelmäßiges Üben sichergestellt werden.

Die Feuerwehrleute müssen Abläufe verinnerlichen, um im Ernstfall – sei es mitten in der Nacht oder zu jeder ander Zeit – richtig reagieren zu können. Dabei ist es egal ob es sich um einen Verkehrsunfall, ein Küchenbrand oder Wasser im Keller handelt, die Tätigkeiten sind zu vielfältig, als dass man sie ohne Training abarbeiten kann.

“Wir behalten die Situation sehr genau im Auge”, sagt Oliver Groß. So wird das Gefährdungspotential vor jeder praktischen Ausbildung neu bewertet. “Wir haben ein sehr gutes Hygienekonzept, dass ich bisher bewährt hat.”

Das Hygienekonzept sieht derzeit vor, dass die Einsatzabteilung in zwei Gruppen aufgeteilt wurde. Die beiden Gruppen wechseln jede Woche zwischen Online- und Präsenz-Unterricht. Grundsätzlich gilt: Maskenpflicht auf dem gesamten Gelände der Feuerwehr und in den Fahrzeugen. Geübt wird in kleinen Gruppen von maximal vier bis fünf Personen und das auch nur im Freien. Nachbesprechnung nach den Übungsdiensten oder Einsätzen finden mit ausreichend Abstand in der Fahrzeughalle statt.

“Feuerwehr ist nicht nur theoretisch machbar. Wir müssen üben. Nur so können wir weiterhin für Sie einsatzbereit bleiben”, sagt der Gemeindebrandinspektor.

Ein besonderer Gefahrenschwerpunkt in Großkrotzenburg ist der Badesee. Gerade in den Wintermonaten kann es passieren, dass der See zufriert und sich vermehrt Menschen auf das Eis begeben. Aber was, wenn dort wirklich mal ein Mensch einbricht?

Um auf diesen Notfall vorbereitet zu sein, stand am vergangenen Mittwoch im Rahmen unseres wöchentlichen Ausbildungsabends das Thema Eisrettung auf dem Programm.

Das Szenario, einer im Eis eingebrochenen Person, wurde theoretisch sowie praktisch geprobt. Der Feuerwehr Großkrotzenburg stehen für einen solchen Einsatzfall unter anderem zwei Überlebensanzüge Mehr lesen