Freitag, 16. November 2018

 

Vereinschronik der Freiwilligen FEUERWEHR GROßKROTZENBURG

kurz nach der Gründung im Niederwald aufgenommen
stehend v. l.: Josef Heinz, Fritz Waller, August Fischer, Alois Noll, August Funk, Leonhard Nimbler, Otto Stock, Alois Breidenbach, Georg Zeller, Theodor Bergmann, Albert Löw, Josef Franz, Salli Gotthelf, Richard Eisert, unbekannt, Josef Gräf; sitzend v. l. die Steiger: unbekannt, unbekannt, Valentin Wehrheim, Karl Callies, Josef Blumör

 

Veröffentlicht in der Festschrift 1999

Im Jahr 1999 kann die Freiwillige Feuerwehr Großkrotzenburg auf ihr 75-jähriges Bestehen zurückblicken. Als Gründungsdatum gilt die von dem späteren Wehrführer Eduard Krammig einberufene Gründungsversammlung am 1. Oktober 1924. Das bedeutet jedoch nicht, dass nicht auch frühere Anstrengungen um die Bildung eines organisierten Brandschutzes ihre Würdigung finden sollen. Obwohl diese Anstrengungen wegen mangelnder staatlicher und kommunaler Unterstützung letztlich scheitern mussten, soll der Mut und der Gemeinschaftssinn der Ortsbürger nicht unerwähnt bleiben. Am 14. Mai 1900 unterschrieben Aloys Franz, Peter Kempf und Ferdinand Huth als Vorstand das Statut der Freiwilligen Feuerwehr Großkrotzenburg und baten den Ortsvorstand um die ortspolizeiliche Genehmigung. Am 29. Mai 1900 versah Bürgermeister Georg Noll dieses Statut mit Stempel und Sichtvermerk. (siehe Ende des Beitrages).

Diese Freiwillige Feuerwehr bestand parallel zur damals üblichen Pflichtfeuerwehr. Dies geht aus einer „Ordnung“ hervor, die am 22. August 1907 von Bürger­meis­ter Noll unterzeichnet wurde. Darin heißt es in § 1 „Die Feuerwehr in der Landgemeinde Großkrotzenburg besteht aus 1) der freiwilligen Feuerwehr, 2) der Pflichtfeuerwehr. Beide Wehren bilden eine Schutzwehr im Sinne des § 112 Abs. 3 des Reichsstrafgesetzbuchs.“ In § 2 heißt es weiter „Sofern die Statuten und Dienstordnungen der freiwilligen Feuerwehr die Bestätigung des Landrats gefunden haben, so ordnet die freiwillige Feuerwehr ihren Dienst und ihre inneren Angelegenheiten selbständig. Die Führer der freiwilligen Feuerwehr werden von deren Mitgliedern auf die Dauer von drei Jahren gewählt und bedürfen der Bestätigung des Bürgermeisters.“

Die zitierte Ordnung wurde am 9. Januar 1908 vom Landrat genehmigt. Darin wird auch festgelegt, dass jeder männliche Einwohner der Landgemeinde vom vollendeten 20. Lebensjahr bei der Pflichtfeuerwehr dienstpflichtig ist. Allerdings gibt es eine lange Liste an Ausnahmen. Z. B. müssen Bahnarbeiter, Lokführer usw. keinen Dienst bei der Pflichtfeuerwehr leisten. Außerdem sind Mitglieder der freiwilligen Feuerwehren befreit, „wenn ihre Statuten und Dienstordnungen vom Landrat bestätigt und ihre Leistungen den zu stellenden Anforderungen genügen.“

Freiwillige und Pflichtfeuerwehr standen unter dem Befehl des von der Ortspolizeibehörde bestellten Ortsbrandmeis­ters. Die Ordnung legt fest: „Bei Vorhandensein einer freiwilligen Feuerwehr ist in der Regel deren Führer zum Orts-Brandmeister zu bestellen.“ „Beim Bestehen einer freiwilligen Feuerwehr soll diese bei dem Feuerlöschdienst in erster Reihe zur Anwendung kommen, während die Pflichtfeuerwehr zu ihrer Ergänzung und Unterstützung dient.“

 

(Fortsetzung folgt)

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