Chronik der Jugendfeuerwehr

25 Jahre Jugendfeuerwehr das ist für die Freiwillig Feuerwehr Großkrotzenburg heute ein besonderer Anlaß voll Freude und Stolz Rückschau zu halten. Denn wenn man solch einen Geburtstag feiert, erinnert man sich gerne der Ereignisse der verflossenen Jahre.

Bereits im Frühjahr 1963 hatte der Vorstand der Freiwilligen Feuerwehr Großkrotzenburg den Gedanken gefaßt, eine Schülerwehr auf zu stellen, so ab dem 10. Lebensjahr. Dies scheiterte aber letzten Endes am Versicherungsschutz für die Jugendlichen, wobei damals durch den Hessischen Gemeindeunfallversicherungsverband ein Mindesteintrittsalter ab 14 Jahren vorgeschrieben wurde.

So begann der ehemalige Vorstand der Freiwilligen Feuerwehr Großkrotzenburg im Herbst 1963 mit den Vorbereitungen eine Jugendwehr zu gründen. Unser Ziel war und ist es heute noch, die Jugend an ein Ideal heranzuführen, die Reihen unserer Wehr zu stärken, und unsere selbstlose freiwillige Arbeit, von einer Generation auf die andere weiter zu geben.

Der Deutsche Feuerwehrverband hat auf seiner Delegiertentagung 1964 in Berlin eine Musterordnung für die Jugendfeuerwehren verabschiedet. Sinn und Zweck der Deutschen Jugendfeuerwehr ist es, die Jugendlichen zur tätigen Nächstenliebe zu erziehen, sie will das Gemeinschaftsleben unter den Jugendlichen pflegen und fördern. Außer der feuerwehrtechnischen Ausbildung dienen ihr dazu insbesondere Spiel und Sport, Wanderungen und Fahrten, Zeltlager und Jugendtreff, Basteln und Werken, sowie die praktische Betätigung demokratischer Regeln in der eignen Gemeinschaft.

Die Jugendordnung der Deutschen Jugendfeuerwehr trat am 01. November 1964 in Kraft. Somit waren die Weichen gestellt für eine fruchtbringende Jugendarbeit.

Zwei ehemalige Vorstandsmitglieder, Sebastian Zeller und ich, als damaliger Ortsbrandmeister, konnten durch persönliche Gespräche mit den Eltern der Jugendlichen, eine erfolgreiche Werbung durchführen.

Am 03. Januar 1964 war es soweit. Im Gasthaus "Zum Schlüssel" (es ist das Gründungslokal unserer Freiwilligen Feuerwehr) konnte der damalige Ortsbrandmeister 11 Jugendliche im Alter von 15 bis 16 Jahren willkommen heißen.

Und zwar !

Kurt Händler, Manfred Brenneis, Dietmar Georgie, Raimund Pietz, Edwin Fischer, Karlemann Huth, Hugo Bergmann, Wolfgang Kiau, Reinhold Debus, Ingolf Radnek und Karlheinz Fischer.

Somit war die Freiwillige Feuerwehr Großkrotzenburg mit einer der ersten Wehren die im Altkreis Hanau eine Jugendfeuerwehr gründeten.

Die erste Zusammenkunft der Jugendleiter auf Kreisebene, fand am 14. Februar 1964 in Langenselbold statt, und zwar unter der Leitung des damals neugewählten Kreisjugendfeuerwehrwartes, Brandmeister Kempf, aus Bergen Enkheim. Auch unser damaliger Kreisbrandinspektor Georg Staud hatte die Zeichen der Zeit erkannt, und es wurde der erste Grundlehrgang für Jugendfeuerwehren im Altkreis Hanau abgehalten.

Als erster Jugendleiter übernahm Philipp Zeiger, ein Kamerad der in unseren Reihen unvergessen ist, die Ausbildung unserer Jugendwehr. Er leistete hervorragendes.

Ausschlaggebend war auch die gute Zusammenarbeit und finanzielle Unterstützung seitens den Verantwortlichen unserer Gemeinde Großkrotzenburg mit dem damaligen Bürgermeister Martin Woytahl. So konnten für diese Jugendlichen in ganz kurzer Zeit komplette Uniformen beschafft werden.

Einer der Höhepunkte für unsere Jugendfeuerwehr war das Kreisfeuerwehrverbandsfest 1964, das anläßlich unseres 40-jährigen Jubiläums, am 4.,5. und 6 Juli, mit der Übergabe unseres, zu dieser Zeit hochmodernen, Feuerwehrgerätehaus gefeiert wurde. Somit waren die Voraussetzungen geschaffen. Die Jugendwehr hatte ein bleibendes Heim und konnte sich voll entfalten. Seit dieser Zeit finden dort alle Mittwoch ihre Zusammenkünfte statt. Hier zeigte sich die Jugendwehr zum ersten male der Öffentlichkeit am Festmontag mit einer Angriffsübung auf eine brennende Holzhütte, die extra hierfür auf dem Gemeindebauhof errichtet wurde.

Vom 15. Oktober 1964 bis 17. November 1967 führte Fritz Braatz als Jugendleiter zusammen mit seinem Stellvertreter Harald Simon die Jugendwehr. Die ersten gemeinsamen Zeltlager wurden abgehalten und zwar an der Barbarossaquelle im Juli 1966 und Oktober 1967 und 1966 über Pfingsten hier auf unserem Festplatz. Dort wurden auch die ersten Kontakte mit anderen Jugendfeuerwehren aus dem Altkreis Hanau geknüpft und Erfahrungen ausgetauscht.

Im Mai 1965 konnte unsere Jugendwehr ihr Können bzw. ihren Leistungsstand unter Beweis stellen. Sie durfte bei den Leistungswettkämpfen der aktiven, die in Großauheim stattfanden, außer Konkurrenz teilnehmen. Daß sie dabei mit 928 Punkten so manche Wettkampfgruppe aus dem Altkreis Hanau hinter sich ließ, wurde von den anwesenden Kritikern besonders lobend hervorgehoben.

Am 17 November 1967 übernahm Horst Weil kommissarisch die Leitung der Jugendwehr. Am 15. März 1968 wurde Peter Emmel zum Jugendleiter gewählt, da Horst Weil wegen beruflicher Überlastung nur noch als Stellvertreter mitwirken konnte. Unter seiner Leitung konnte zum ersten male eine Jugendgruppe, bestehend aus 9 Mann, am 27. Oktober 1968 in Großauheim die Leistungsspange der Deutschen Jugendfeuerwehr erwerben, worauf sie, glaube ich, heute noch stolz sind.

Am 28. März 1969 übernahm Alfons Roiger zuerst als Stellvertreter, da Peter Emmel beruflich überlastet war, und dann 4 Monate später als Jugendfeuerwehrwart die Ausbildung der Jugendwehr und diese Führungsaufgabe tätigt er heute noch.

In Alfons Roiger hatte die Freiwillige Feuerwehr Großkrotzenburg einen Mann gewählt, der wie kein anderer es verstand, die Interessen und Probleme der Jugendlichen zu erkennen und auf die an sie gestellten Aufgaben heran zu führen.

Folgende Jugendgruppenleiter standen dem Jugendfeuerwehrwart als Stellvertreter zu Seite.

von 1973 bis 1983 Viktor Dörr
von 1983 bis 1984 Ulrich Fischer
von 1984 bis 1987 Klaus Fischer
von 1987 bis heute Michael Heinz

Die Belastung eines Jugendleiters sind erheblich, wenn man bedenkt, daß das Eintrittsalter, es wurde am 01.April 1988 von 12 auf 10 Jahre herabgesetzt, bis 17 Jahre geht. Das heißt also, der Jugendfeuerwehrmann macht eine Laufzeit durch vom noch Kind bis zum fast Erwachsenen. Dazu kommt noch in den letzten Jahren die Mitgliedschaft von Mädchen in die Jugendfeuerwehr. Das ist grundsätzlich zu begrüßen, trägt es doch dazu bei, ein besseres Verständnis zwischen Jungen und Mädchen zu fördern und vorhandene Vorurteile abzubauen. Der Jugendleiter muß aber auch darauf bedacht sein, bei aller Freude der Jugendlichen am Feuerwehrdienst, den Überschwang in Grenzen zu halten und zu verhüten, daß die Jugendlichen durch eine Überbeanspruchung körperlichen Schaden erleiden.

So wird schon in der Jugendwehr der Grundstein gelegt für den zukünftigen Feuerwehrmann. Die Kameradschaft wird gepflegt. Dies alles gibt den Zusammenhalt, eine Gemeinschaft, die in einer Freiwilligen Feuerwehr unumgänglich ist, um so mehr, wenn man bedenkt, daß im Einsatz das Zusammenspiel klappen muß - der Eine sich auf den Anderen verlassen kann -.

Um dies alles bewältigen zu können, wird der Jugendfeuerwehrwart unterstützt von einem Stellvertreter als Jugend­gruppenleiter.

Die Jugendgruppe selbst wählt seinen Jugendausschuß der sich aus dem Gruppensprecher, Schriftführer und Kassierer zusammensetzt.

Im Jahre 1968 wurde unser damaliger Bürgermeister Woytahl zum Landrat gewählt und als Nachfolger trat Alfred Rodewald das Amt des Bürgermeisters an. In ihm hatten wir auch einen guten Förderer. Er unterstützte stets unsere Jugendarbeit.

Am 06. September 1969 überreichte er der Jugendwehr auf einem Kameradschaftsabend, das von der Gemeinde gestiftete Jugendfeuerwehrwimpel.

Zu erwähnen ist auch der Einsatz unserer Jugendfeuerwehr bei der Hochwasserkatastrophe im Februar 1970. Der Einsatz dauerte damals 3 Tage und 3 Nächte und erforderte alle verfügbaren Kräfte. Wir Aktive waren froh, daß die Jugendwehr uns so manche Aufgabe ab nehmen konnte, was bei unseren Mitbürgern einen guten Eindruck hinterließ und so manch anerkennendes Lob ausgesprochen wurde.

Wie jede zeitgemäße andere Jugendorganisation wurde vorrangig nach den Bedürfnissen der Jugendlichen gefragt und gearbeitet.

Das der Schwerpunkt der Jugendarbeit nicht nur in der feuerwehrtechnischen Ausbildung liegt, zeigt, daß die Jugendlichen jahreszeitmäßig das Hallenbad oder Strandbad benutzten, sowie alle Freitag an dem Sportabend der Aktiven teilnehmen können. Wobei auch hier zum tragen kommt, daß der Feuerwehrjugendwart gleichzeitig Sportübungsleiter ist.

Fast jährlich wurde ein Zeltlager abgehalten und zwar in Reistenhausen, Ronneburg, Dorfprozelten und auf unserer Grillwiese.

Höhepunkt war:

Der 12 Tage Aufenthalt im August 1971 im Schullandheim Bernau.
Für alle die dabei waren ein unvergeßliches Erlebnis.

Es wurden Radtouren unternommen. Die Besichtigung der Flughafen Feuerwehr und Besuche bei der Berufsfeuerwehr Frankfurt (Main) hinterließen bei den Jugendlichen bleibende Eindrücke und begeisterte sie für unsere Sache.

Zu erwähnen sind auch die zur Zeit freundschaftlichen Beziehungen mit der Jugendfeuerwehr aus Effolderbach mit ihrem Wehrführer Harald Simon, der früher selbst einmal stellv. Jugendleiter unsrer Jugendwehr war.

Anläßlich des 20jährigen Bestehens zeigte sich unsere Jugendfeuerwehr im Juni 1984 der Öffentlichkeit, mit einem Löschangriff auf einem eigens hierfür hergerichtetes brennendes Objekt auf dem Parkplatz hinter dem Bürgerhaus, wobei unsere Mitbürger, hauptsächlich die Jugend, regen Anteil nahmen. Zum Abschluß wurde dann im Bürgerhaus eine große Disco durchgeführt.

Für alle diese Aktivitäten zeigte der Vorstand Verständnis und sorgte für die jeweils notwendige finanzielle Unterstützung.

So wurde zum Beispiel 1975 ein 18 Mann fassendes Zelt eigens für die Jugendwehr angeschafft.

Alfons Roiger, seinen Vorgängern und Stellvertretern ist es mit zu verdanken, daß die Freiwillige Feuerwehr Großkrotzenburg nie an Nachwuchssorgen zu leiden hatte.

So konnten in dieser Zeit, im Rhythmus von 5 Jahren Grundausbildung, 35 Jugendfeuerwehrmänner die Leistungsspange der Deutschen Jugendfeuerwehr erwerben. Das ist eine Leistung und erfordert eine gute schulische Vorbereitung, wenn man bedenkt daß man eine Angriffsübung, eine Sportübung und einen Fragebogen in einer bestimmten Zeit bewältigt haben muß.

Statistisch gesehen sah der Bestand in 25 Jahren wie folgt aus!
Personaldurchgang 120. Das bedeutet, das die Jugendfeuerwehr von Großkrotzenburg einen Jahresdurchschnitt von 14 Mitgliedern hatte.
In die Einsatzabteilung übernommen wurden in diesem Zeitraum
63 Mitglieder. Davon sind 12 Mann verzogen, wovon 3 Mann in die dortige Heimatwehr eingetreten sind. 3 Mitglieder sind verstorben. 22 Mitglieder sind zum Teil noch passiv oder ausgeschieden, so daß man sagen kann, fast jeder 2 Feuerwehrmann unserer Einsatzabteilung (26 von 59 = 44 %) kommt aus der Jugendfeuerwehr. Zur Zeit besteht die Jugendfeuerwehr aus 17 Mitgliedern. Davon sind 3 Mädchen.

Wie schon bereits erwähnt, liegt die Führung der Jugendfeuerwehr Großkrotzenburg in den bewährten Händen von Jugendfeuerwehrwart Alfons Roiger und seinem Stellvertreter Jugendgruppenleiter Michael Heinz.

Der Jugendfeuerwehrausschuß setzte sich wie folgt zusammen:

Jugendsprecher bzw. Gruppensprecher                     Andreas Weil

Schriftführerin                                                             Nicole Werner

Kassiererin                                                                   Martina Huth

Wie ich schon bereits erwähnte, ist das Verhältnis zwischen den Verantwortlichen der Gemeinde und der Feuerwehr von jeher das denkbar beste, und ich glaube auch, daß unser Bürgermeister Peter Hochmuth, der 1987 Alfred Rodewald ablöste, unsere Jugendarbeit wie seither auch in Zukunft voll unterstützen wird.

Dem Jugendfeuerwehrwart Alfons Roiger der die Jugendfeuerwehr nun schon  20 Jahre betreut, seine Stellvertreter und seine Vorgänger haben sich für die Freiwillige Feuerwehr Großkrotzenburg verdient gemacht und es sei an dieser Stelle Dank und Anerkennung gesagt.

Männer, die über eine so lange Zeit, immer ihren Idealismus behalten haben und sich stets uneigennützig in den Dienst unserer Feuerwehr gestellt haben, verdienen höchstes Lob.

Möge diese vorbildliche Haltung für die Jugend ein Ansporn sein, dann können wir der Zukunft mit Zuversicht entgegen sehen,

dem Wahlspruch getreu:

 

 

 

Einer für alle , alle für einen,

 

Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr.