Als am 11. Januar dieses Jahres das Löschgruppenfahrzeug LF20/16 zu einem Hilfeleistungseinsatz unterwegs war, wussten die Feuerwehrkräfte nur, dass sie zu einer Türöffnung in die Augustastraße gerufen wurden. Möglicherweise konnte auch ein medizinischer Notfall vorliegen. Die Einsatzkräfte öffneten die verschlossenen Türen und verschafften damit dem Rettungsdienst den notwendigen Zugang. Außerdem waren auch Polizeibeamte vor Ort. Damit war der Einsatz beendet.
Für Einsatzleiter Alfons Roiger galt auch in diesem Fall das Gebot der Verhältnismäßigkeit, was bedeutet, dass nur bei akuter Gefahr im Verzuge verschlossene Türen mit zerstörerischer Gewalt geöffnet werden. Zuvor ließ er erkunden, ob alle anderen Möglichkeiten, z.B. offene Fenster oder Zweitschlüssel ausgeschlossen wurden.
Steht ein Einsatz nicht unter Zeitdruck, versuchen die Feuerwehrkräfte mit speziellen Werkzeugen, eine Tür zerstörungsfrei zu öffnen. Diese Werkzeuge werden in den Einsatzfahrzeugen mitgeführt.Â
Genauso wichtig ist die Kenntnis der verschiedenen Schlossarten und deren funktionaler Aufbau. Um die richtige Handhabung dieser Werkzeuge zu üben, verfügt die Einsatzabteilung über eine Türrahmennachbildung mit Einsteckschloss, in das unterschiedliche Profilzylinder eingesetzt werden können. Deren Typenvielfalt nimmt mit dem Sicherheitsbedürfnis der Bevölkerung ständig zu. Und gleichzeitig erhöht sich auch die Investitionsbereitschaft zum Schutz des privaten Eigentums. Im Ergebnis hat moderne Technik den Einsatzbereich des bekannten Dietrichs ziemlich eingeschränkt und gleichzeitig den Weiterbildungsbedarf der Feuerwehrkräfte erhöht.