Kein Job für Weicheier

Pressemitteilung vom 25. April 2011
Diese Kameraden haben es wieder geschafft

Wie die letzten Brände in der Friedrichstraße und am See eindrucksvoll belegten, ist eine Brandbekämpfung im Innenbereich für die Einsatzkräfte nur mit Atemschutz möglich. Doch nicht alle Einsatzkräfte sind automatisch auch als Atemschutzgeräteträger qualifiziert. Für deren Zulassung hat die Feuerwehr-Dienstvorschrift hohe Hürden gesetzt.

Die erste Hürde ist die körperliche Eignung, die durch regelmäßige arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen nachzuweisen ist. In diesem Rahmen sind alle 3 Jahre – ab 50. Lebensjahr jährlich – körperliche Untersuchungen mit EKG, ab dem 40. Lebensjahr mit Belastungs-EKG, Prüfung der Lungenfunktion sowie Hör- und Sehtest von einem Arzt durchzuführen.

Die jährliche Unterweisung in Funktion und Handhabung der Atemschutzgeräte und die Kenntnis der zugehörigen Unfallverhütungsvorschriften stellt die 2. Hürde dar.

Schweißtreibend ist jedoch die dritte Hürde. Hier müssen die Teilnehmer jedes Jahr die körperliche Belastung in einem Fitnessraum und einer Orientierungsstrecke in einer Atemschutz-Übungsanlage bestehen. Vor dem Anlegen der Atemschutzgeräte erhält jeder Teilnehmer ein Brustband mit Sender, der die Herzfrequenz in einen zentralen Überwachungsraum überträgt. Zusätzlich wird die Übungsstrecke mit Fernseh- und Wärmebildkamera überwacht. Zu Beginn wird die körperliche Kondition jedes Einzelnen an verschiedenen Belastungsgeräten überprüft. Unter Atemschutz müssen auf einem Laufband 109 m gegangen, auf einem Fahrradergometer 100 Watt gefahren, auf einem Armergometer 100 Watt gedreht und auf einer Endlosleiter 12 m gestiegen werden. Gleich danach geht es zum 70 m langen Streckendurchgang, wobei die zweite Hälfte kriechend durch Drahtkäfige mit Hindernissen zurückzulegen ist. Das alles in einem dunklen und vernebelten Raum, um möglichst realitätsnah die Einsatzbedingungen nachzustellen. Dazu gehören Lichtblitze und als akustische Kulisse Kinderschreie und Hundegebell. Am Ende der Strecke wartet noch die Hitzekammer mit einer Temperatur von 69° C, sie soll die Nähe eines Feuers simulieren. Diese Strapazen können den Puls der Teilnehmer schon in die Nähe von 200 Schlägen pro Minute hochtreiben. All das dient der Überprüfung, wie die Atemschutzträger mit diesen Belastungen fertig werden, um sich im Einsatzfall voll auf ihre Arbeit konzentrieren zu können. Der Main-Kinzig-Kreis unterhält für seine Einsatzkräfte  Atemschutzübungsanlagen in Hanau und Langenselbold, wobei dort etwa 1000 Kräfte pro Jahr durchgeschleust werden. Wer von den Einsatzkräften auch nur eine der 3 Hürden nicht erfüllt, darf bei einem Einsatz nicht als Atemschutzträger eingesetzt werden. Darüber wird in der Feuerwehr Großkrotzenburg genau Buch geführt.